
Sport ist ein wichtiger Pfeiler für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Er stärkt das Herz-Kreislauf-System, baut Muskeln auf und kann sogar die Stimmung heben. Doch die Kehrseite der Medaille sind mögliche Verletzungen und die Belastung unserer Gelenke. Gerade wer bereits Probleme mit Knien, Hüften oder anderen Gelenken hat, fragt sich oft, welche sportlichen Aktivitäten überhaupt noch in Frage kommen und wie man sich effektiv vor Verletzungen schützen kann. Die gute Nachricht ist: Es gibt viele gelenkschonende Sportarten und Strategien, um das Risiko von Beschwerden zu minimieren und die Freude an der Bewegung langfristig zu erhalten.
Natürlich kann man sich auch beim Sport verletzen. Aber es ist besser, sich mit Sport gesundheitlich fit zu halten, als aus Angst vor möglichen Verletzungen auf Sport zu verzichten.
Ein wichtiger Aspekt beim Thema Sport und Gelenkschutz ist die Wahl der richtigen Sportart. Nicht jede Aktivität beansprucht unsere Gelenke in gleichem Maße. Sportarten mit starken Stößen und abrupten Bewegungen, wie beispielsweise Joggen auf hartem Untergrund, schnelles Stop-and-Go im Ballsport oder Gewichtheben mit sehr hohen Lasten, können bei falscher Ausführung oder bei bereits bestehenden Vorschädigungen die Gelenke stark belasten.
Gelenkschonende Alternativen hingegen zeichnen sich durch fließende Bewegungen und eine geringere Stoßbelastung aus. Schwimmen ist hier ein Paradebeispiel. Im Wasser trägt der Auftrieb einen Großteil unseres Körpergewichts, sodass die Gelenke kaum belastet werden. Gleichzeitig werden nahezu alle Muskelgruppen beansprucht, was Schwimmen zu einem idealen Ganzkörpertraining macht. Verschiedene Schwimmstile bieten zudem Abwechslung und fordern den Körper auf unterschiedliche Weise.
Auch Radfahren ist eine hervorragende gelenkschonende Sportart. Die Bewegung ist gleichmäßig und die Belastung für Knie- und Hüftgelenke im Vergleich zu vielen anderen Aktivitäten deutlich geringer. Achten Sie auf die richtige Einstellung Ihres Fahrrads, insbesondere die Sattelhöhe, um unnötige Belastungen zu vermeiden. Lange, gemütliche Touren oder auch moderates Bergauffahren können die Beinmuskulatur stärken und die Ausdauer verbessern, ohne die Gelenke übermäßig zu beanspruchen.
Eine weitere gelenkschonende Option ist Nordic Walking. Durch den Einsatz von Stöcken werden nicht nur die Beine, sondern auch die Arm- und Schultermuskulatur aktiviert. Gleichzeitig werden die Knie- und Hüftgelenke entlastet, da ein Teil des Körpergewichts auf die Stöcke verlagert wird. Nordic Walking ist zudem ein effektives Herz-Kreislauf-Training und kann in unterschiedlichem Tempo und Gelände durchgeführt werden.
Auch sanfte Bewegungsformen wie Yoga und Pilates können einen wertvollen Beitrag zum Gelenkschutz leisten. Sie fördern die Flexibilität, stärken die stabilisierende Muskulatur rund um die Gelenke und verbessern die Körperhaltung. Eine gut ausgebildete Muskulatur kann Stöße besser abfangen und die Gelenke somit entlasten. Achten Sie bei der Auswahl eines Kurses darauf, dass der Lehrer Erfahrung mit gelenkschonenden Übungen hat und auf individuelle Bedürfnisse eingeht.
Neben der Wahl der richtigen Sportart spielt die Vorbeugung von Verletzungen eine entscheidende Rolle für den Gelenkschutz. Ein wichtiger Baustein ist das Aufwärmen vor jeder sportlichen Aktivität. Durch sanfte Dehnübungen und Mobilisierungsübungen bereiten Sie Ihre Muskeln, Sehnen und Bänder auf die bevorstehende Belastung vor und reduzieren das Risiko von Zerrungen und anderen Verletzungen. Nehmen Sie sich hierfür ausreichend Zeit und übergehen Sie keine Dehnübung.
Ebenso wichtig ist das Abkühlen nach dem Sport. Durch sanftes Auslaufen oder Dehnen können Sie die Muskeln entspannen und den Stoffwechsel ankurbeln, was die Regeneration fördert und Muskelkater reduzieren kann.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die richtige Ausführung der Bewegungen. Gerade als Anfänger ist es ratsam, sich von einem qualifizierten Trainer oder Physiotherapeuten in die korrekte Technik einweisen zu lassen. Falsche Bewegungsabläufe können zu Überlastungen und langfristigen Schäden an den Gelenken führen. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen und sich Korrekturen geben zu lassen.
Auch die Wahl der richtigen Ausrüstung ist nicht zu unterschätzen. Gut passende Sportschuhe mit einer adäquaten Dämpfung können beispielsweise die Belastung auf Knie- und Sprunggelenke beim Laufen oder Springen deutlich reduzieren. Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe für die jeweilige Sportart geeignet sind und regelmäßig ausgetauscht werden, da die Dämpfung mit der Zeit nachlässt.
Hören Sie auf Ihren Körper! Schmerzen sind ein Warnsignal, das Sie ernst nehmen sollten. Ignorieren Sie anhaltende Beschwerden nicht, sondern suchen Sie gegebenenfalls einen Arzt auf, um die Ursache abzuklären. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können chronische Probleme verhindern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sportliche Aktivität und Gelenkschutz keine Gegensätze sein müssen. Durch die Wahl gelenkschonender Sportarten, eine sorgfältige Vorbereitung und Nachbereitung des Trainings, die korrekte Ausführung der Bewegungen und das Beachten der Signale Ihres Körpers können Sie die positiven Effekte des Sports genießen, ohne Ihre Gelenke unnötig zu belasten. Finden Sie die Bewegungsform, die Ihnen Freude bereitet und zu Ihrem Körper passt – so bleiben Sie langfristig fit und mobil.
Foto: Engin Akyurt

